Der Fan-Guide für alle Radsportfans

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Ein Besuch bei einem großen Radrennen lohnt auf jeden Fall. Egal ob Eintagesklassiker oder eine der großen Landesrundfahrten – bei kaum einem anderen Sport kann man den Stars so nah sein, vielleicht sogar ein gemeinsames machen. Egal ob Bergetappe in Frankreich, oder am Kopfsteinpflaster von Roubaix - die vielleicht schönste, interkulturelle Sportcommunity der Welt sorgt ganz bestimmt für ein tolles Erlebnis. Wer beispielsweise einen Tag an einem Alpenpass im Juli verbringt, kann nicht nur den Sportler am Limit direkt ins Gesicht schauen, sondern auch neue Menschen kennenlernen. Man teilt Baguette, Wein oder Wasser und spricht über Radsport, oder alle anderen Themen. Entlang der Strecke der Frankreich-Rundfahrt wird in jedem Jahr eines der größten und schönsten Volksfeste gefeiert.

Die Basics bei der Vorbereitung auf ein großes Radsportrennen

Wer nicht selbst mal Rennen gefahren ist, oder bislang noch keines besucht hat, ist sicher erstaunt, wie schnell das Feld vorbei rast. Steht man an einem flachen Abschnitt, sieht man die Fahrer nur wenige Sekunden, denn das Peloton hat da problemlos 50 Sachen drauf. In einer Abfahrt sind die "Renner" mit Streckenweise mehr als 100 Sachen unterwegs, das mag am TV gut aussehen, eignet sich aber nicht für den Besuch vor Ort. Deshalb ist es ratsam, sich einen Anstieg zum Zuschauen auszusuchen.

Doch es geht vor Ort nicht nur um den Moment, in dem die Fahrer vorbeikommen. Es geht vielmehr darum, das Rennen insgesamt zu erleben. Erst kommt die Werbekarawane, dann die Begleitfahrzeuge. Man unterhält sich, sammelt ein paar der Präsente ein. Dann wird das Getöse des TV-Hubschraubers immer lauter und anhand der lärmenden Fans kann man das herannahende Feld erahnen. Langsam steigt die Spannung über den ganzen Tag.

Das Rennen verfolgen

Wer liegt vorn? Werden die Ausreißer eingeholt, bevor sie bei uns vorbeikommen? Wo liegen die Kapitäne? Ein Rennen am Straßenrand nachzuverfolgen ist nicht so leicht. Dank Internet, TV und Live-Ticker ist es dennoch möglich. Die Daten-Roaming-Option sollte im Vorfeld geprüft werden, damit man nicht "ahnungslos" an der Strecke steht. In den Skiorten hat man meist gutes Netz, da könnte man sogar das TV-Bild streamen. Aber beim Besuch vor Ort sollte es nicht nur um den Sport gehen, sondern vielmehr darum, die Stimmung aufzusaugen. Klar, nachdem das Feld vorbeigefahren ist, sitzt man zusammen mit Radsportfans aus aller Welt und schaut auf einem der TV-Geräte der Fans, oder im Cafe um die Ecke den Ausgang des Rennens. Aber tritt man eine Reise zu einem der großen Rennen an, sollte die Stimmung und das Erlebnis im Vordergrund stehen - das Rennen sportlich nachvollziehen, kann man besser vor dem heimischen Fernseher.

Hopping vs Picknick bei Radsportrennen

Unter den erfahrenen Radsport-Event-Besuchern gibt es zwei Gruppen. Die einen versuchen das Feld so oft wie möglich zu sehen. Sie planen die Fahrt genau und düsen von Stelle zu Stelle. Es ist regelrecht ein Sport, von Spot zu Spot zu hoppen. Vor allem bei den Frühjahrsklassikern kann man mit geschickter Planung die Fahrer 5–6 Mal sehen.

Die zweite Gruppe sucht sich einen schönen Platz aus und verbringt den Tag dort. Gern mit Picknick, TV-Gerät, gekühlten Getränken und einer kleinen Wanderung dorthin. Beide Varianten haben ihren Reiz und man sollte es ruhig mal ausprobieren. Für den ersten Besuch, vor allem bei einer großen Landesrundfahrt, ist es sicher gut mit der weniger hektischen Variante zu beginnen.

Wer zum ersten Mal bei der größten Rundfahrt der Welt in Frankreich dabei ist, wird von dem riesigen Begleittross überrascht sein. Schon Stunden vor den Fahrern düsen Medien-, und andere Begleit-Fahrzeuge über die Strecke. Die Werbekarawane zieht dann gut eine Stunde vor den Fahrern vorbei. Auch dies sollte man seiner Planung bedenken. Denn zieht die Werbekarawane vorbei, ist die Strecke komplett dicht.


Die Planung vor dem Rennen:

Für einen gelungenen Besuch bei einem Rennen ist die Planung sehr wichtig. Klar, bei einem kleinen Kirmesrennen kann man auch spontan vorbeischauen, aber bei den großen Events ist das ganz anders. Will man etwa im Juli in Frankreich in der Nähe eines Etappenortes ein Hotel buchen, wird das schnell schwierig. Denn mit dem Rennen wälzt sich ein Tross von mehreren tausend Menschen durch Frankreich. Allein 2000 Journalisten aus mehr als 45 Ländern begleiten die großen Rennen. Dazu die Menschen der Organisation und die Teams – die große Frankreich-Rundfahrt ist viel größer, als es im TV aussieht.

Plant man seine Reise, sollte man bedenken, dass die mythischen Anstiege und legendären Pässe von den meisten Fans angesteuert werden. Die exakte Strecke der Rennen wird zwar meist erst wenige Wochen vor dem Start bekannt gegeben, aber die berühmten Berge stehen mit der Streckenpräsentation rund 10 Monate vor dem Rennen fest.

Start, Ziel, Berg oder Zeitfahren?

Radsportrennen live - wo willst du stehen - Berg - Ziel - Start

Die Auswahl des richtigen Ortes ist gar nicht so leicht. Reist man mehrere Tage mit, empfiehlt es sich, den Besuch aufzuteilen und möglichst viele Facetten des Rennens zu erleben. Das wuselige Treiben in einem Etappenziel, bei dem es immer voller wird und meist ein großes Rahmenprogramm geboten wird, ist auch interessant.

Ein kurzer Besuch auf dem Teamparkplatz, wo die großen Busse der Teams parken, kann sich auch lohnen, nicht nur weil man vielleicht ein Team-RaceCap und eine Trinkflasche abstauben kann. Ebenso lohnt sich ein Blick in die riesige Technikzone und das Gewusel des Medientrosses. Auch wenn man ohne Akkreditierung nicht hinein darf, lässt sich das beeindruckende Gewirr aus dicken Kabelsträngen zwischen riesigen Trucks durch den Zaun betrachten.

Sehr schön und auf jeden Fall empfehlenswert ist der Besuch eines Starts. Nachdem die Teams auf den Parkplatz gerollt sind, bahnen sich die Fahrer den Weg durch das enge Spalier zum Einschreiben. Jeder Fahrer muss sich vor jeder Etappe auf dem Podium für die Etappe einschreiben. Für Autogramm- und Selfiejäger die perfekte Möglichkeit. Man kann den Fahrern zum Anfassen nah sein (bitte nicht wörtlich nehmen) und vielleicht sogar ein paar Worte wechseln.

Meist ist es am Start leichter, die Fahrer zu sehen, als im Ziel. Doch vom Veranstalter lassen sich auch Tickets und Tagespässe erwerben, mit denen man auf spezielle Tribünen im Zielbereich gelangen kann. Das vereinfacht es natürlich, ist aber vor allem bei den großen Rennen sehr teuer.

Unterschätzen sollte man nicht das Verkehrsaufkommen an den Etappenorten. Ein Durchkommen ohne akkreditiertes Fahrzeug ist in den Städten kaum möglich. Man sollte dann außerhalb parken und zu Fuß gehen. Oder die Park+Ride-Angebote nutzen. Für einen Besuch von Start oder Ziel, ist daher vielleicht ein kleiner Etappenort ratsam, statt eine große Stadt zu wählen.

Auch der Besuch eines Einzelzeitfahrens ist eine Überlegung wert. Zwar donnern die Fahrer da mit Vollvisier-Helmen vorbei, doch alle kommen einzeln vorbei und am Start kann man den Fahrern beim Warmfahren auf der Rolle zusehen.

Legendäre Anstiege

Entscheidet man sich für einen Besuch eines berühmten Anstiegs, sollte man einiges beachten. An den legendären Anstiegen sind meist schon Tage bevor das Feld kommt, alle Caravan-Parkplätze belegt. Damit es nicht zum Chaos am Berg kommt, wird die Auffahrt für Fahrzeuge früh gesperrt. Das kann schon mehr als einen Tag vor der Etappe passieren.

Wann das genau passiert, kann man den örtlichen Tageszeitungen entnehmen. Wählt man einen Schlussanstieg für den Besuch, ist es ratsam diesen mit einer Wanderung zu verbinden. Denn der Zielbereich wird weiträumig abgesperrt und die Auffahrt früh gesperrt. Außerdem strömen nach Ende der Etappe tausende Fans bergab – das dauert oft Stunden, ehe selbst akkreditierte Fahrzeuge wieder im Tal sind. Selbst für Fahrräder wird der Anstieg mehrere Stunden (~3h) vor dem Feld geschlossen. Wegen des großen Begleittrosses wäre es sonst zu gefährlich. Also unbedingt Schlösser einpacken, falls man das Rad irgendwo parken muss. Die Polizei nimmt die Vorgaben sehr ernst und greift durch – anders ist das bei dieser Größe des Events kaum möglich.

Besucht man einen der berühmten Pässe, sollte man bedenken, dass es in der Höhe durchaus kalt sein kann, selbst wenn im Tal 30 Grad sind. Eine Jacke ist immer eine gute Idee! Viele Fans die hinauf wandern, klemmen kleine Klappstühle an die Rucksäcke. Wenn man mehrere Stunden auf dem Berg verbringt, kann das sehr angenehm sein.

Der Besuch bei einer großen Bergetappe ist immer auch mit Wartezeit verbunden. Für Viele ist ein Picknick die beste Variante, die Zeit zu überbrücken. Dabei ist es immer eine gute Idee, eine extra Flasche Wein einzupacken – entweder um sie gegen Baguette und Käse einzutauschen, oder man lädt den Nachbarn am Berg ein und kommt so ganz leicht ins Gespräch.

Der richtige Platz um das Radsportrennen zu verfolgen

Für die Wahl des richtigen Platzes sollte man sich zunächst eines klar machen – man wird dort mehrere Stunden verbringen. Sonne, Schatten, Steine – aber vor allem gute Sicht auf das Peloton. Möglicherweise kann man in einer Serpentine das Feld schon früher erspähen und weiß dann, wo der Mann im Gelben Trikot zu finden ist.

Es stellt sich natürlich die Frage, wie man das Renngeschehen verfolgen kann. Ist eine Bar in der Nähe, in der man nachdem die Fahrer vorbeigesaust sind, das Finale schauen kann? Oder ist etwa

ein Camper mit Sat-TV und großen Fernseher in der Nähe, wo man sich vielleicht man mit Baguette oder Rotwein einladen kann?

Egal wofür man sich entscheidet, man sollte es sich gut überlegen, an welcher Stelle man auf das Feld warten will und nicht noch im letzten Moment versuchen einen doch noch etwas besseren Platz finden zu wollen. Auf Stress und Hektik kann man gut verzichten und vor allem an den Alpenpässen sind die guten Plätze schnell belegt.

Was man auf jeden Fall lassen sollte, sind Diskussionen mit der örtlichen Polizei. Sie haben Anweisungen und Vorgaben und können nicht für jeden der zig Millionen Fans eine eigene Lösung finden. Das betrifft vor allem auch den Straßenverkehr mit dem Auto. Gerade in Frankreich wird da gern resolut durchgegriffen.

Finde den passenden Platz als Zuschauer - Radsportrennen

Thema Sicherheit bei Radsportrennen

Gerade bei der Frankreich-Rundfahrt sieht man immer wieder Fans, die mit originellen Ideen oder tollen Kostümen, wie etwa der berühmte Tour-Teufel Didi Senft, für Aufsehen sorgen. Auch falls der "5-Minuten-Ruhm" verlockend sein sollte – denkt immer auch an die Sicherheit der Fahrer. Nebenher laufen mag Spaß machen, aber wie schnell ist man gestolpert und verursacht möglicherweise einen tragischen Sturz eines der Favoriten. Als 1999 ein Zuschauer Giuseppe Guerini zu Fall brachte, hätte es diesem fast den prestigeträchtigen Sieg in L'Alpe d'Huez gekostet. Dem Zuschauer fiel ein Stein von Herzen, als Guerini doch gewann und den größten Moment seiner Karriere erlebte. Reumütig schlich der Fan am Abend ins Team Hotel um sich beim Italiener zu entschuldigen.

Auch in der heutigen Zeit sorgen vor allem Zuschauer, die ein Foto machen wollen für Gefahr. Durch die Linse ist der Blickwinkel eingeschränkt und mit die Handys werden oft weit auf die Straße gehalten. Seit die Selfies fast überall dazu gehören, ist es noch gefährlicher geworden, denn so drehen sich die Selfie-Fotografen weg von der Straße und sehen nicht, was auf sie zukommt. Insgesamt ist es ohnehin ratsamer, den Augenblick zu genießen und den Fahrern direkt ins Gesicht zu schauen, als durch ein Objektiv zu blicken. Gerade bei den großen Rennen gibt es im Internet tausende Fotos, die im Zweifel besser sind, als das eigene. Und der Moment, wie man beim Blick ins Gesicht die Anstrengung und das Leiden erahnen kann, bleibt besser in Erinnerung, als ein Foto irgendwo auf Instagram.

Oft wird von Zuschauern das Tempo unterschätzt, mit dem die Fahrer selbst bergauf unterwegs sind. Schnell noch die Seite wechseln ist da meist keine gute Idee. Vor allem für Kinder ist die Situation schwer einzuschätzen. Die Aufregung, das Getöse, die Fahrzeuge, der Hubschrauber – da fällt es nicht leicht, den Überblick zu behalten. Auch für Tiere ist das eine enorme Stresssituation und man sollte sich genau überlegen, ob man beispielsweise den Hund mit zu solch einem Ausflug nimmt. Seit Jahren halten die Veranstalter der Rennen die Fans dazu an, keine Beutel oder Jacken über die Absperrgitter zu hängen. Es gab schon genug schlimme und Rennentscheidende Unfälle, wegen unaufmerksamen Zuschauern.


Alle Infos auf einen Blick:

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Über Brügelmann

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