Search
Generic filters
Exact matches only

Ein Radjournal von Brügelmann

Verschiedene Trinksysteme für das fahrrad im Überblick
Home / Test & Technik / Trinksysteme – Die Helfer gegen den Durst

Trinksysteme – Die Helfer gegen den Durst

Home / Test & Technik / Trinksysteme – Die Helfer gegen den Durst

Trinksysteme – Die Helfer gegen den Durst

Vier Alternativen zum klassischen Flaschenhalter, von minimalistisch bis luxuriös.

Brügelmann Blog 18. Oktober 2019 10 min.

„Stay hydrated“ lautet der häufigste Spruch, den man von Trainer*innen und Ernährungsberater*innen hört, wenn es um die Versorgung beim Sport geht. Wir haben euch verschiedene Möglichkeiten zusammengestellt, wie ihr am einfachsten „hydrated“ bleibt!

Verschiedene Trinksysteme für das fahrrad im Überblick

Egal ob Mountainbike, Rennrad oder Marathon, es gilt: Essen, okay, Pause, auch wichtig, aber ohne Flüssigkeit macht der Körper schnell dicht und die nette Tour verwandelt sich in einen Albtraum aus Kopfschmerzen und Tunnelblick. Welche Möglichkeiten der Flüssigkeitsversorgung gibt es, was taugt für wen und was wäre mal ein neuer Ansatz für euch? Hier sind ein paar Beispiele.

Allgemeines

Zuerst einmal sei festgestellt, dass es egal ist, für welches System ihr euch entscheidet. Alles ist besser, als ohne Flüssigkeitsvorrat aufzubrechen! Wichtig ist, dass ihr das für euch passende System findet, welches drei einfachen Grundvoraussetzungen genügen sollte: Es muss gut erreichbar und nutzbar sein, wenn ihr auf dem Bike sitzt, sollte auch Getränkepulver abkönnen und vor allem sollte es so unkompliziert sein, dass ihr es auch auf jede Tour mitnehmen könnt.

Generell gibt es zwei Möglichkeiten, Getränke beim Radfahren mit euch zu führen: Am Bike oder am Körper. Denn die Hände habt ihr schließlich am Lenker, richtig? Nun bleibt nur die Frage, wie genau ihr das lösen wollt. Trinkflaschen gibt es inzwischen in allen erdenklichen Formen und Farben. Wer nichts am Bike haben möchte, kann auf Trinkrucksäcke in ebenfalls vielen Formen zurückgreifen. Los geht es mit den vier cleveren Produkten, die wir für euch getestet haben!

Fabric Cageless Trinklasche
Minimalistisch und praktisch: die Fabric Cageless Bottle

Fabric Cageless Bottle

Natürlich haben wir uns nicht darauf beschränkt, euch einfach Trinkflaschen vorzustellen, die in einen „normalen“ Flaschenhalter passen, der, wenn keine Flasche darin steckt, doch etwas unästhetisch wirkt. Fabric ist eine der Firmen, die sich eine clevere Lösung für dieses Problem haben einfallen lassen.

Die Fabric Cageless Bottle fasst 0,75 Liter und wird mittels der mitgelieferten Halterungen am Bike befestigt. Dabei handelt es sich um zwei Plastiknippel, die mit Schrauben an der Trinkflaschenhalterung eures Bikes befestigt werden. Ist die Flasche nicht am Bike, erinnern lediglich diese zwei kleinen Plastikteile an die Flasche, die in zwei Farben im Lieferumfang enthalten sind. Sehr clean und unauffällig.

Detail Flaschenhalter Fabric Cageless Trinkflasche
Klein, aber fein!

An der sehr griffigen Flasche, die natürlich frei von Bisphenol A ist, finden sich zwei V-förmige Aussparungen, in die besagte Plastiknippel perfekt passen. Durch die zulaufende Form gelingt das Einklinken der Flasche einfach und schnell, sobald man sich daran gewöhnt hat, dass man die Flasche nicht mehr in eine Halterung steckt. Das Mundstück der Flasche ist angenehm weich und leicht mit den Zähnen herauszuziehen.

Detail Flaschenhalter Fabric Cageless Trinkflasche
Das Runde muss ins V-förmige

Die Fabric Cageless Flasche ist eine clevere, minimalistische Lösung für alle, denen ein cleaner Look wichtig ist, die aber trotzdem nicht auf eine Flasche am Bike verzichten wollen. Sie ist zudem nicht viel teurer als eine herkömmliche Flasche, für die man dann noch einen extra Halter bräuchte. Lediglich für ruppige Trails ist die minimalistische Flasche etwas schwach befestigt und damit eher auf Asphalt zuhause.

Fidlock Twist 600 Trinkflasche

Wie Zauberei: Die Fidlock Twist Bottle 600

Fidlock Twist Bottle 600

Wohl die ersten, die Flasche und Halterung minimalistisch kombinierten, waren Fidlock. Die Fidlock Twist Bottle 600 wird häufig genutzt und dürfte euch oft auf Touren und sogar im Bikepark begegnen. Auch bei der Fidlock ist die Halterung im Lieferumfang enthalten, allerdings in Form einer etwa fingerlangen und -breiten Basis, auf der sich zwei Nuten finden, die ihre Entsprechung in zwei Aussparungen an der Fidlock Flasche finden. Das Besondere an dieser Halterung sind die integrierten Magnete.

Die Flasche kommt in zwei Farben und verschiedenen Größen (0,45 und 0,6 Liter). Hat man die Basisplatte ans Rad geschraubt, fällt sie dort nur wenig mehr auf als die kleinen Plastiknippel der Fabric-Flasche. Um die Flasche anzubringen, muss man sie leicht auf die Platte setzen, denn wie beschrieben beruht das Fidlock-System auf Magneten, die Flasche und Halterung miteinander verbinden. So gelingt das Zurückstecken der Flasche von Anfang an mühelos: Durch die Magneten wird die Flasche richtiggehend an die Halterung gezogen. Damit die Flasche auch bei ruppigen Fahrten nicht vom Rad fällt, sind die Aussparungen an der Flasche gegensätzlich geformt. Zudem wirkt ein kleiner Splint gegen Verrutschen. Um ans Wasser zu kommen, genügt eine leichte Drehbewegung, die die Verbindung von Flasche und Halterung wortwörtlich „im Handumdrehen“ löst.

Fidlock Twist 600 Flasche
Hält nicht nur an der Flasche

Auch die Fidlock-Flasche ist BPA-frei und nimmt, bis auf Sprudel, alle Getränke auf. Sie ist bis 60 Grad spülmaschinenfest und kann, wenn sie mal „ausgelutscht“ ist, einfach gegen eine neue Flasche ausgetauscht werden. Das Mundstück ist weich, anfangs aber etwas schwergängig. Wir hatten die Fidlock-Flasche schon auf so mancher Tour dabei und haben es nie geschafft, sie abzuschütteln. Ein treuer Begleiter, der mit 34,99 Euro (UVP) etwas teurer zu Buche schlägt, dafür aber mehr Sicherheit bietet. Eure alten Flaschen lassen sich mittels einer entsprechenden Halterung weiterverwenden. Eine clevere und absolut sichere Lösung.

Detail Fidlock Flaschenhalter
Klein aber oho: Hier stecken die Magnete drin

Wer sich die Flaschen nicht ans Bike schrauben will – oder sie bei anderen Aktivitäten mitnehmen will – bekommt von Fidlock auch andere Halterungen, beispielsweise die “tex base”, die an jeden Rucksack passt. Natürlich gibt es auch Halterungen, die ohne Verschraubung am Bike auskommen. Dadurch wird die ohnehin schon clevere Flasche nur umso vielseitiger. Sie ist damit perfekt für alle, die unterwegs nicht viel Wasser brauchen oder ein minimalistisches Bike wollen.

EVOC Hip Pack Pro 3l
Coole Hüfttasche: Das EVOC Hip Pack Pro 3l

EVOC Hip Pack Pro 3l

Wem eine einfache Trinkflasche zu wenig ist oder wer gerne mehr Wasser bei sich tragen will, dem sei das immer noch minimalistische Evoc Hip Pack Pro mit 3 Litern Packvolumen empfohlen, das in seinem Inneren eine 1,5 Liter fassende Trinkblase trägt. Wie nicht anders aus dem Hause EVOC zu erwarten, steckt das Hip Pack Pro voller cleverer Lösungen, die es zu weit mehr machen als der Bike-Variante der peinlichen Bauchtaschen der 90er.

Verschluss und Trinksystem EVOC Hip Pack Pro 3l
Gepolstert und gut belüftet

Lange Zeit waren die Hüfttaschen als „unhip“ verschrien, weil sie ein schwieriges, spießiges Image hatten. Spätestens, seitdem Enduro World Series Fahrer*innen sie bei den Rennen tragen, um das mitgeschleppte Gepäck auf ein Minimum zu reduzieren, sind sie aber wieder in Mode und inzwischen gibt es ein paar richtig sinnvolle Weiterentwicklungen. Wie die Variante von EVOC eben. Insgesamt stehen euch drei Liter Packraum zur Verfügung, die sich den Platz mit dem 1,5 Liter fassenden Trinkreservoir teilen. Der Trinkschlauch wird durch den breiten und angenehm sitzenden Hüftgurt geführt und durch einen Magneten an Ort und Stelle gehalten, wenn ihr ihn nicht braucht.

Detail venti Flap EVOC Hip Pack Pro 3l
Clevere Lösung gegen Verrutschen und Einschnüren gleichsam: die Venti Flap direkt an den Fächern für optionale Trinkflaschen

Durch den Airo-Flex Hüftgurt kommt trotz festem Halt noch genug Luft an euch. Besonders clever: die Venti Flap. Das ist ein System aus Gurten, das ihr beim Bergauffahren löst, damit der Pack nicht so eng sitzt und besser belüftet ist. Geht es bergab, zieht ihr einfach an zwei farbig abgesetzten Gurten und das Hip Pack schmiegt sich an euch wie ein Liebhaber. Im Ernst: eine richtig gute Erfindung! Um euren Rücken nicht partiell in eine Sauna zu verwandeln, kommt zudem das Air Flow Contact System von EVOC zum Einsatz, das die Auflagefläche des Packs nicht nur reduziert und den Luftfluss steigert, sondern auch noch etwas polstert. Neben den beiden Reißverschlusstaschen am Hüftgurt hat das Hip Pack Pro noch eine Tasche für Werkzeuge, Snacks und Co. sowie zwei seitlichen Einschübe, die jeweils eine Trinkflasche eurer Wahl aufnehmen können. Die Flaschen können festgezurrt und gesichert werden, sodass sie schön bei euch bleiben.

Außenfach EVOC Hip Pack Pro 3l
Das kleine Hauptfach bietet nicht maßlos Platz, dafür eine saubere Organisation

Am Hip Pack Pro finden sich auch noch Schlaufen und Ösen, an denen ihr kleinere Dinge wie eine zusammengerollte Regenjacke oder ähnliches befestigen könnt. Damit seid ihr minimalistisch auf jede Tour vorbereitet. Mit 120 Euro inklusive Trinkreservoir ist das EVOC Hip Pack Pro natürlich etwas teurer als eine Trinkflasche, der Mehrwert liegt aber auf der Hand. Wer gerne unbeschwert unterwegs ist, sich aber nicht auf kleine Touren beschränken will, ist mit dem EVOC Hip Pack Pro gut beraten! Für alle, die eine solche Hüfttasche noch nicht ausprobiert haben: Gebt ihr eine Chance! Egal ob auf dem Rennrad, eurer Crosscountry-Runde oder auch beim Wandern ist dieser minimalistische Ansatz ein echter Zugewinn!

Thule Rail 12L Pro
Der Thule Rail 12L Pro ist ein edler Bike-Rucksack

Thule Rail 12L Pro

Nun sind wir bei dem Maximalpaket angelangt: Wer auf Nummer sicher gehen will, dass alles dabei ist, nimmt einfach einen Rucksack mit. Der Thule Rail 12L Pro ist mit den namensgebenden 12 Litern Packvolumen dabei noch angenehm schmal und nimmt trotzdem alles auf, was eine Tour abverlangt. Snacks, Werkzeug, Regenjacke, Ersatzschlauch und ähnliches finden problemlos darin Platz. Mit seinen verschiedenen Features ist er als treuer Begleiter für Endurorennen konzipiert.

Rückenprotektor Thule Rail 12L Pro
Gegen Vollkontakt: Der Rückenprotektor aus Koroyd

Wie bei Bike-Rucksäcken üblich, finden sich viele Festzurrmöglichkeiten für Schoner und Jacke sowie ein großes Kompressionsfach. Das fast vollständig zu öffnende Hauptfach bietet viel organisierten Platz für Kleinzeug inklusive einem seitlich an der Innenseite angebrachten Fach für eine Luftpumpe. So liegt sie bei einem Sturz nicht direkt über eurer Wirbelsäule, was das Verletzungsrisiko vermindert. Apropos Verletzungen: Im hinteren Fach liegt ein Koroyd Propack, also ein Rückenprotektor, der euch bei Stürzen schützen soll. Er ist herausnehmbar und bietet Level-1-Schutz. Damit seid ihr für Rennen und ambitionierte Touren bestens gewappnet, bei denen ein Rückenprotektor angesagt ist. Das 2,5 Liter fassende Trinkreservoir ist fest und sicher in einem Fach verstaut, allerdings nicht vom Hauptfach getrennt wie bei anderen Modellen. Das würde aber auch der extrem schmalen Silhouette des Rail Pro widersprechen, was wir als seinen Hauptvorteil empfanden.

Innenraum Thule Rail 12L Pro
Der geräumige Innenraum ist klar und praktisch unterteilt, die vielen Taschen bieten eine saubere Organisation

Der Hüftgurt ist am Rücken breit und dank Mesh-Gewebe gut belüftet, an der Front aber dünn und unauffällig. In Kombination mit dem einstellbaren Brustgurt ergibt sich ein sicherer Tragekomfort – der Thule bleibt immer, wo er sein soll. Der Trinkschlauch wird durch das Thule-eigene ReTrakt-System magnetisch an Ort und Stelle gehalten. Sehr edel! Mit 199,95 Euro kostet der Thule Rail Pro 12L mehr als andere Trinklösungen, dafür bekommt man aber einen edlen und funktionalen Rucksack, der von Anfang bis Ende durchdacht ist. Neben der großen Trinkblase, die genug Wasser für ein ganzes Enduro-Rennen für euch bereithält, habt ihr so noch Stauraum für alles, was ihr unterwegs brauchen könntet. Die Lösung für alle unter uns, die sich nicht auf Zufälle verlassen und vorbereitet sein wollen!

Detail ReTrakt System am Thule Rail 12L Pro
Der Trinkschlauch wird mittels Magnet fixiert

Wie auch das Hip Pack von EVOC lässt sich der Thule Rucksack problemlos zum Wandern oder für andere Sportarten zweckentfremden. Konstruktionsbedingt werden Sportler*innen, die beim Fahren eine gebeugte Körperhaltung innehaben, mit dem Rucksack weniger Vergnügen haben, als beispielsweise Mountainbiker*innen. Es ist eben ein Rucksack und den muss man auch tragen wollen. Tut man das, bietet der Thule einen großen Mehrwert für seine Besitzer*innen.

Wie schon zu Anfang gesagt, müsst ihr die für euch passende Lösung finden. Minimalistisch oder umfassend? Praktikabel oder vielseitig? Wollt ihr nur etwas zu trinken mitnehmen oder vielleicht noch etwas zum Knabbern? Werkzeug? Eine Jacke? Es ist natürlich auch möglich, Rucksack und Trinkflasche zu kombinieren und so die mitgebrachte Flüssigkeit zu erweitern. Denn eins ist klar: Besser zu viel Getränke dabei als zu wenig! Wir hoffen, wir konnten etwas Licht in die große Auswahl der Trinksysteme bringen und prosten euch schon mal im Geiste zu.