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Ein Radjournal von Brügelmann

Roger Kluge Strava Tour 2019 Etappe 11
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Die fünf spannendsten Strava-Rides der Tour

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Die fünf spannendsten Strava-Rides der Tour

Die Tour-Profis stellen ihre Etappen-Leistungen auf Strava. Wir werfen einen Blick darauf, was verschiedene Fahrertypen geleistet haben.

Brügelmann Blog 30. Juli 2019 3 min.

Die 2019er Tour ist vorbei und wird als eine der attraktivsten Ausgaben seit langer Zeit in die Geschichte eingehen. Ein spannender Aspekt, der im Drama um den Gesamtsieg ein wenig unterging: Viele Fahrer teilen inzwischen die Daten jeder Etappe über Strava. Das ist nicht nur deswegen begrüßenswert, weil so eine größere Transparenz hergestellt wird. Auf dem Grunde unserer Herzen sind wir natürlich vor allem über die Möglichkeit begeistert, unsere Leistungswerte mit denen der Weltspitze zu vergleichen – auch wenn wir dadurch recht klar unsere Grenzen aufgezeigt bekommen. Wir haben ein paar spannende Beispiele rausgepickt.

Jack Haig – Etappe 7

Jack Haig Strava Tour 2019 Etappe 8

Das kann ich auch! Wirklich?

Diese Aufzeichnung weckt Hoffnungen: Durchschnittlich nur 153 Watt (193 Watt gewichtet) hat der australische Kletterspezialist Jack Haig auf der siebten Etappe von Belfort nach Chalon-sur-Saône getreten. Eine Leistung, die für durchschnittlich trainierte Fahrer*innen durchaus im Rahmen des Möglichen liegt. 6,5 Stunden im Sattel ist hingegen schon eine Hausnummer, an die sich nicht mehr viele wagen. Der Durchschnittspuls von nur 103 Schlägen pro Minute schließlich macht deutlich: Für Jacks Körper war diese Fahrt in etwa so anstrengend wie für normale Menschen das Zähneputzen.

Simon Geschke – Etappe 15

Simon-Geschke Strava Tour 2019 Etappe 15

Beeindruckende Fahrt ohne verdienten Lohn

Okay, ein kleines bisschen parteiisch sind wir natürlich, sobald es um Simon Geschke geht. Diese Etappe verdient aber so oder so Aufmerksamkeit. Ihr Profil und ihre Lage in der Tour legten schon im Vorfeld nahe, dass die Ausreißer an diesem Tag eine Chance haben würden, sich ins Ziel zu retten. Simon war Teil einer recht großen Gruppe, die sich erst nach zähem Kampf über 50 Kilometer absetzen konnten. Am letzten Anstieg hinauf zum Prat d’Albis reichte es dann leider nicht mehr, um gegen den anderen Simon (Yates) zu bestehen. Aber 303 Watt gewichtete Leistung über fast fünf Stunden reichen definitiv, um uns nachhaltig zu beeindrucken.

Roger Kluge – Etappe 11

Roger Kluge Strava Tour 2019 Etappe 11
Roger Klugs Wahnsinnsarbeit war bei Kilometer 170,5 erledigt.

Die Leistung eines Anfahrers

Roger Kluges Job bei dieser Tour war klar definiert: Er sollte der Rammbock für Caleb Ewan sein und den Sprinter durch die hektischen, letzten Kilometer jeder Etappe lotsen. Beispielhaft dafür stehen seine Leistungen auf Etappe 11, der ersten Tour-Etappe, die der Australier jemals gewinnen konnte. Der Großteil der Etappe verlief ruhig, bis es am letzten Anstieg und der darauf folgenden Abfahrt etwas hektisch wurde. Währenddessen trat Roger noch einmal 500 Watt für vier Minuten und setzte Caleb in aussichtsreicher Position in der letzten 90-Grad-Kurve vor dem Ziel ab. Dort hängte sich der Sprinter an den Zug von Jumbo-Visma und sprintete zum ersten seiner drei Etappensiege. Roger ließ es etwas ruhiger angehen und kassierte auf den letzten drei Kilometern noch 1,5 Minuten Rückstand.

Alex Dowsett – Etappe 13

Alex-Dowsett Strava Tour 2019 Etappe 13
Alex Dowsett beliebt zu scherzen: Das Höhenprofil des Zeitfahrens war deutlich mehr als nur “etwas hügelig”!

Zeitfahren – brutaler, als man denkt

Man kann davon ausgehen, dass Alex Dowsett nicht ganz unmotiviert in diese Etappe gegangen ist, schließlich wird sich sein Team Katusha wahrscheinlich Ende des Jahres auflösen. Als Zeitfahrspezialist hatte er hier die Chance, seinem Lebenslauf einen weiteren Eintrag hinzuzufügen. 416 Watt normalisierte Leistung für eine halbe Stunde reichen allerdings nicht einmal für einen Platz unter den Top 20 beim Zeitfahren in der Tour de France. Fairerweise muss man ihm zugestehen, dass der Parcours mit Rampen bis zu 17% Steigung ihm nicht gerade auf den Leib geschneidert war. Immerhin kann er sich über einen KOM auf einem Downhillsegment freuen, der wahrscheinlich lange Bestand haben wird.

Thomas de Gendt – Etappe 8

Thomas de Gendt Strava Tour 2019 Etappe 8

Der belgische Baroudeur

Im aktuellen Peloton gibt es niemanden, der so erfolgreich lange Tage in Ausreißergruppen in Etappensiege konvertieren kann, wie den Belgier Thomas de Gendt. Nach einer fast 200 km langen Flucht verabschiedete er sich auf der achten Etappe von seinen Ausreißerkollegen und suchte alleine sein Glück. Dabei hielt er Julien Alaphilippe und Thibault Pinot, die das Peloton attackiert hatten, so gerade eben noch auf Distanz. An den letzten beiden Anstiegen waren dafür nach über fünf Stunden im Sattel noch 450 Watt nötig – aber genau das macht einen “Baroudeur” wie ihn aus.