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Ein Radjournal von Brügelmann

Orbea Oiz M10 Cross Country
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Unser Kollege Alex beim Swiss Epic MTB Etappenrennen

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Unser Kollege Alex beim Swiss Epic MTB Etappenrennen

Unser Kollege Alex fährt das 2019er Swiss Epic mit. Im Kurzinterview stellt er sein Orbea Oiz und seinen Teamkollegen Chris vor.

Brügelmann Blog 19. August 2019 5 min.

In den nächsten Tagen werden wir voller Neid ein bisschen öfter während der Arbeitszeit auf unsere Handys schauen: Unser geschätzter Kollege Alex fährt wieder einmal ein MTB-Etappenrennen in absoluter Bilderbuchkulisse. Auf mtb-news.de wird es tägliche Updates geben, hier gibt es schon einmal einen kleinen Überblick, was uns erwartet.

Das Swiss Epic wird wie viele MTB-Etappenrennen im Zweierteam gefahren. Als Partner hat Alex sich seinen Studienkollegen Chris ausgesucht, mit dem er schon so manch anderes Rennen bestritten hat. Im Kurzinterview verraten die beiden, wie unterschiedlich ihre Herangehensweisen in Bezug auf Training und Material sind und was sie aneinander wahnsinnig macht.

Alex Swiss Epic im Brügelmann Trikot
Entspannung pur: Das Training ist eingetütet, jetzt wird nur noch genossen

Chris, was macht Alex zum idealen Teamkollegen?

Ich kenne Alex schon seit 13 Jahren. Wir haben in München einige Jahre zusammen in einer WG gelebt und den Sport zelebriert. Zudem sind wir zusammen unzählige Etappenrennen gefahren. Wir funktionieren quasi wie ein eingespieltes Ehepaar – man kann sich zu 100 % auf ihn verlassen, auch und vor allem in schwierigen Situationen. Und wenn du fünf Tage Extrembelastung hast, dann kannst du dich nicht mehr verstellen, die Nerven liegen auch mal blank. Alex nimmt das ziemlich cool. Außerdem hat er das Mountainbiken in seiner DNA und das spürt man als Teampartner. Bergab lohnt es sich, seiner Linie zu folgen!

Was macht Alex zum Horrorteamkollegen?

Wenn er eine Stunde vor Start noch mal die Reifen wechseln möchte. Das macht mich fertig. Oder wenn ich aufgrund des Raschelns seiner Gummibärchenpackung nicht einschlafen kann.

Zu dir, Alex: Wieso tust du dir 350 km mit 12.000 hm an?

Die Mischung aus körperlicher Grenzerfahrung gepaart mit landschaftlichen Highlights ist für mich ideale Voraussetzung für einen super Urlaub. Außerdem: Das Gefühl, nach einer Etappe komplett ausgelaugt im Ziel zu entspannen, ist unersetzlich!

Hast du spezifisches Training für das Swiss Epic betrieben?

Als ich Ende April noch keine Trainingskilometer in den Beinen hatte, habe ich beschlossen, zum ersten Mal nach knapp 15 Jahren wieder nach Trainingsplan zu trainieren. Stefan Kirchmair hat mich betreut. Ich musste lernen, dass man heute mit Wattmesser trainiert und deutlich mehr Intervalltraining macht als früher. Da das Rollentraining deutlich effizienter ist als das Training draußen, habe ich die Trainingseinheiten unter der Woche in den Hobbyraum oder auf die Terrasse verlegt, in der Regel morgens vor 6 Uhr. Meist war ich nur am Wochenende draußen unterwegs. Pro Woche habe ich ab Mai zwischen 9 – 12 Stunden trainiert. In den Beinen habe ich nun zum Rennstart ca. 4500 Trainingskilometer.

Was sind die Erwartungen: Erlebnis vor Ergebnis oder andersrum?

Erlebnis vor Ergebnis! Wir kämpfen zwar um jeden Platz wie echte Sportler, aber im Vordergrund steht der Spaß.

Was hast du aus deinen zahlreichen MTB-Etappenrennen als wichtigste Lektion gelernt?

Das Wetter kommt, wie es kommt, wir müssen uns einfach drauf einlassen. Verliere nie den Respekt vor hochalpinem Gelände. Und wenn du am ersten Tag heiß wie Frittenfett bist: Nicht überpacen!

Orbea Oiz M10 Cross Country
Das Oiz M10 in der kompromisslosen Rennfeilenvariante: 100 mm Federweg, schmale Reifen, starre Stütze

Wieso hast du dich für das Orbea Oiz entschieden?

Ich war lange auf der Suche. Ich bin überzeugter Hardtail Fahrer, aber beim Swiss Epic 2014 kam ich mit einem Scott Scale RC an die Grenzen. Orbea hat die letzten Jahre mächtig Gas gegeben und so fiel die Wahl auf das OIZ M10 mit 100 mm Federweg. Vom Preis ist das Rad auch deutlich attraktiver als ein vergleichbares Cannondale. Mit 11 Kilogramm inkl. Pedalen ist es auch einigermaßen leicht: Das Ding hat echt Vortrieb!

Gibt es etwas, was dir an dem Rad ganz besonders wichtig ist?

Das Gewicht und der Lock-Out für bergauf.

Welche Modifikationen hast du im Vergleich zum Serienmodell vorgenommen?

Ich habe mit Conti Raceking 2,2“ Reifen auf tubeless umgerüstet. Dazu eine Sattelstütze verbaut, die leicht gekrümmt ist und mir ca. zwei Zentimeter mehr Streckung gab.

Chris vor dem Swiss Epic MTB Etappenrennen
Wer wie Chris zur Vorbereitung auf ein Rennen Mitteldistanz-Triathlons bestreitet, braucht vielleicht nicht ganz so viel gezieltes Training

Alex, was macht Chris zum idealen Teamkollegen?

Chris ist ein Motivationstalent und das steckt an. Gibst du ihm morgens beim Aufstehen die richtige Musik, ist das fast ein Garant für einen erfolgreichen Tag. Außerdem achtet Chris extrem genau darauf, was er während des Wettkampfs isst. Ich werde somit auch rechtzeitig ans Essen erinnert.

Was macht Chris zum Horrorteamkollegen?

Wenn er morgens um sechs Uhr vor Schmerzen schreiend auf der Blackroll liegt und seine Oberschenkelmuskulatur durchknetet. Da wache ich regelmäßig auf.

Chris, wieso tust du dir 350 km mit 12.000 hm an?

Weil es geil ist! Lieber eine körperliche Anstrengung und danach kaputt sein als eine Woche saufen und danach noch kaputter sein.

Hast du spezifisches Training für das Swiss Epic betrieben?

Für das spezifische Training war dieses Jahr leider nur Alex zuständig. Dieses Jahr baue ich auf meine starken mentalen Fähigkeiten, meine Grundlagenfitness sowie meine masochistische Ader, mich quälen zu können. Ich habe wirklich deutlich weniger Trainingskilometer in den Beinen als Alex, habe zur Vorbereitung aber an Mitteldistanz-Triathlons teilgenommen. Dieses Jahr muss Alex einfach für uns beide arbeiten.

Was hast du aus deinen zahlreichen MTB-Etappenrennen als wichtigste Lektion gelernt?

Nicht in den ersten Tagen zu viel Gas geben. Regeneration first!

Orbea M10TR
Die Trailversion des Orbea Oiz
bietet ein etwas gutmütigeres Paket: 120 mm Federweg vorne und hinten, breitere Reifen sowie eine versenkbare Sattelstütze entschärfen die Renngene des Rahmens etwas

Wieso hast du dich für das Orbea Oiz entschieden?

Alex hat mich überzeugt, er hat die Geräte besorgt. Wenn die Schweizer schreiben, dass sie ein Fully empfehlen, dann meinen Sie das auch so. Wir sind vor fünf Jahren mit den Scott Scale RC gefahren – die Dinger sind bergauf geflogen, aber bergab wars heftig. Ich denke, jetzt haben wir einen guten Kompromiss. Ich fahre das Orbea OIZ M10 TR – also mit der Dropper Post (mehr Sicherheit für den Triathleten 😉 und 120 mm Federweg.

Gibt es etwas, was dir an dem Rad ganz besonders wichtig ist?

Die versenkbare Sattelstütze und der Einfachantrieb.

Welche Modifikationen hast du im Vergleich zum Serienmodell vorgenommen?

Nur die Umrüstung auf tubeless.

Kann das gutgehen? 4500 strukturierte Trainingskilometer auf einem reinrassigen XC-Fully (Alex) vs. stabile Grundlagenfitness auf einem etwas abfahrtslastigeren Bike (Chris). Wir freuen uns auf die Geschichten, die uns das ungleiche Gespann vom Swiss Epic über die nächsten Tage bringen wird!