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Ein Radjournal von Brügelmann

Svenja Nilsson Mountainbike Fichtelgebirge
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Die Bike-Highlights der Brügelmann-Crew

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Die Bike-Highlights der Brügelmann-Crew

Bei Brügelmann arbeitet ein Haufen Fahrradverrückte – ein paar davon berichten von ihren Highlights 2019

Brügelmann Blog 27. Dezember 2019 7 min.

Die meisten Leute, die bei Brügelmann arbeiten, sind Radfahrer*innen. Darüber hinaus wir haben auch eine Menge absolut Fahrradverrückte an Bord. Sie helfen uns nicht nur dabei, jetzt schon zu wissen, welche Räder und Parts wir für die nächste Saison brauchen. Sie bringen auch immer wieder Geschichten von ihren Abenteuern auf dem Fahrrad mit. Ein paar der besten Storys aus 2019 haben wir hier gesammelt.

Ben – Bikepacking in Georgien

Ben Lubin Bikepacking Kaukasus
Atemberaubende Panoramen entschädigen für brutale Schotteranstiege

Das Highlight meines Jahres auf dem Rad war ein Bikepackingtrip durch Georgien, den ich zusammen mit zwei Freunden angegangen bin. Wir sind in Kutaissi in Richtung des Großen Kaukasus an der Grenze zur Russland  gestartet. Nach ein paar Tagen sind wir nach Süden abgebogen und haben uns dann an der Grenze zur Türkei orientiert, bevor wir schließlich in Tiflis ankamen. Es war die härteste Radtour meines Lebens – dafür sorgten unzählige Höhenmeter, Singletrack (auf einem Gravelbike!), Schiebepassagen und zusätzlich noch diverse Begegnungen mit unfreundlichen Hirtenhunden. Trotzdem hatte ich in Georgien ein paar der besten Radfahrtage meines Lebens  – und ohne Frage die beeindruckendste Landschaft vor Augen, die ich jemals gesehen habe. Abfahrten auf Schotterstraßen mit schneebedeckten Gipfeln am Horizont sind echt das Beste! Die georgische Gastfreundschaft beeindruckte uns jeden Tag aufs Neue, das Essen war (fast immer) großartig und die Kultur des Landes ist absolut faszinierend. Wer auf der Suche nach einem echten Abenteuer mit dem Rad ist – in den Bergen Georgiens findet man es garantiert.

Jens – Montafon Mountainbike Marathon

Jens Frank Montafon Mountainbike Marathon
Das Grinsen verrät: Dieses Foto wurde vor den 4500 Höhenmetern aufgenommen

Eins meiner Bike-Highlights dieses Jahr war der M3 Montafon Mountainbike Marathon in Vorarlberg, zu dem ich mit meinen Kollegen Alex und Ruben gereist bin. Alex und ich nahmen uns die große Runde mit 130 Kilometern und 4500 Höhenmetern vor, Rubens bestritt seinen allerersten MTB-Marathon und fuhr deswegen die Kurzstrecke. Ich war mit meinem 29er-Hardtail am Start, da ich bei einem derart kletterintensiven Kurs jedes Gramm sparen wollte. Das war bergauf tatsächlich super. In der Abfahrt dann die Fullys an mir vorbeirauschen zu sehen, brauche ich nicht unbedingt wieder – nächstes Mal bin ich auch vollgefedert am Start! Das Rennen selber war großartig und führte uns durch eine überwältigende Landschaft. Trotz des sehr fairen Startpreises konnten wir einen Topservice genießen. Man bekam zum Beispiel an den Verpflegungsstationen sogar den Nachschub angereicht, ohne anhalten zu müssen. Dermaßen wohlgenährt konnte mich auch das Gewitter auf gut 2000 Metern mit krassem Temperatursturz nicht aus den Trails werfen. Alex habe ich irgendwann am zweiten Berg verloren, er hatte das mehrtägig Swiss Epic wohl noch in den Beinen stecken. Rubens finishte sein Rennen trotz eines Crashs und ist schon wieder heiß auf das nächste Event – genau wie ich!

Julia – VELOFONDO

Velofondo 2019 2er Team
Ein flacher Parcours schreit förmlich nach Aerorädern – Julias Team war in der Hinsicht bestens ausgerüstet

In Oschersleben beim VELOFONDO war ich im September 2019 zum dritten Mal im 2er-Team am Start. Ein 24-Stunden-Rennen – und besonders eines auf einer Rennstrecke, wo sich sonst Motorräder oder PS-Boliden messen, übt auf mich einen ganz besonderen Reiz aus.

Wir sind jeweils in 2-Stunden-Stints gefahren, nur in der Nacht gab es einmal drei Stunden am Stück, um für etwas länger mal die Füße hoch zu legen oder die Augen zu schließen. Das Fahren in der Nacht ist eine besondere Herausforderung. Nicht nur durch das Fahren mit Licht, sondern auch durch Kälte und den Kampf gegen die Müdigkeit. Der Körper meldet sich und muss erst „überredet“ werden, Leistung abzurufen. Der Kopf muss auch konzentriert bleiben, um im Pulk stets wachsam reagieren zu können. Manchmal ist man aber auch eine ganze Zeit alleine auf der Strecke unterwegs und muss auch damit mental gut zurechtkommen. Dann gibt es nur tanzende Lichtquellen, es wird leise und man hört nur das Surren der Laufräder auf dem Asphalt … Eine ganz besondere Stimmung!

Besonders schön wird es dann auf der Strecke, wenn die nächtliche Kälte weicht, die Sonne langsam aufsteigt, es wieder heller und wärmer wird – und die Handschuhe und Beinlinge in der Box bleiben können.

Natürlich spielt auch das richtige Material eine wichtige Rolle: Reifenpannen etc. sollten vermieden werden, um keine wertvolle Zeit zu verlieren und auch beim Licht sollte man wissen, wie lange die Akkus halten. Mit meinem Orbea Orca Aero Disc und den gewählten Laufrädern und Reifen war ich bestens ausgestattet. Gesamt gefahren sind wir 220 Runden à 3,667 km. Ich habe davon 107 absolviert, das sind ca. 392 Kilometer in 12 Stunden. Über die gesamte Renndauer bin ich auf einen Schnitt von rund 33 km/h gekommen. Damit sind wir bei den Mixed-Teams auf dem dritten Platz gelandet, nur drei Runden fehlten für Platz 2! Ich freue mich schon sehr auf die Neuauflage 2020, diesmal dann allerdings am Lausitzring.

Madeleine – Stuttgart-Hamburg

Madeleine Bacz Stuttgart Hamburg
Nach gut 800 Kilometern in vier Tagen der beste Anblick der Welt

Eigentlich hat ein Freund von mir nur gewitzelt, als er vorgeschlagen hat, dass ich doch mit dem Rad zu ihm und meiner Freundin nach Hamburg fahren könnte. Der Gedanke faszinierte und beängstigte mich zugleich. Ich war mir nicht sicher, ob ich die Strecke schaffen würde – somit war die Entscheidung innerhalb von ein paar Sekunden getroffen.

Ich hatte vorher keinerlei Erfahrungen mit Bikepacking gemacht und mir eine Woche vor der Tour die wichtigsten Infos inkl. Sattel- und Rahmentaschen von Kollegen und Freunden besorgt.

Madeleine Bacz Stuttgart Hamburg
Mandelhörnchen und Kakao von der Tankstelle – die Grundlage jeder ordentlichen Rennradtour

Normalerweise liebe ich Kontrolle. Die Vorbereitung und Planung der Tour war für meine Verhältnisse sehr schlecht und wirklich sehr spontan. Mein Vorsatz war, es einfach „laufen zu lassen“ und zu schauen, wie weit ich jeden Tag komme. Bis auf die Übernachtung in Mannheim bei einem Freund hatte ich nichts geplant oder reserviert. Ich bin sonntags losgefahren und wollte spätestens Donnerstagabend auf dem „Alster Work Cruise“ von GIN SUL sein. Von daher war nicht nur die Strecke eine Herausforderung, sondern auch der Ablauf der Tour im Sinne von „einfach mal loslassen“.

Nachdem ich am ersten und zweiten Tag jeweils über 180 Kilometer gefahren bin, habe ich am dritten Tag das erste Mal 200 Kilometer geschafft. Trotz Schmerzen habe ich am vierten Tag – gewappnet mit zwei Radhosen – Hamburg nach weiteren 210 Kilometer erreicht. Ich war selbst überrascht, was alles möglich ist und konnte meine Grenzen neu definieren.

Alex – Biken mit Hans “No Way” Rey

Alex Staude folgt Hans Rey
Hans “No Way” Rey zeigt auch 2019 noch, wo vorne ist

Als Verantwortlicher für den Einkauf Bikes auf Brügelmann bin ich das ganze Jahr über mit dem neuesten und oft auch coolen Kram beschäftigt. Ich sehe oft schon viele Monate vorher, was an neuem Material kommt. Dienstreisen zu den Messen nach Taipei oder Taichung gehören da ebenso dazu wie Termine direkt bei unseren großen Marken. Selber biken? Noch dazu mit den neuen Rädern? Leider oft genug Fehlanzeige. Das bleibt zeitlich zu oft auf der Strecke. Dabei haben auch wir neuheitsverwöhnten BikeBiz-Typen vor allem eins: Bock auf Ballern. Ende des Sommers in Österreich bei der Präsentation der 2020er Modelle von Cannondale und GT wurden wir dann aber gut entschädigt. Über die Trails in Alpbach hatten meine Kollegen und ich nicht nur eine Haufen Spaß, sondern auch eine echte MTB-Legende als Tourguide. Trial-Ikone und Freeride-Urgestein Hans Rey höchstpersönlich zeigte uns die knackigen Trails und schnellsten Linien. Coole Trails, ein bisschen Testosteron unter Kollegen und Shred-Time mit Hans „No Way“ Rey – das war ganz klar mein Bike-Highlight 2019!

Svenja – MTB im Fichtelgebirge

Svenja Nilsson Mountainbike Fichtelgebirge
Svenja belohnt sich für eigenes Hochkurbeln mit edlen Cheeseburgern | Foto: www.alexkijak.de

Weil das intuitive Abfahren von Trails zwar nicht weniger Spaß macht als mit entsprechenden Skills, die Quote der Knochenbrüche einer Mitarbeiterin von Internetstores aber einfach nicht geziemt, freue ich mich über jede Gelegenheit, mein Können unter den Augen von Expert*innen auszubauen. Das dann auch noch im wunderschönen Fichtelgebirge in einer Gruppe Gleichgesinnter zu tun – best! Ein Wochenende auf den Singletrails rund um den Ochsenkopf: Von flowig bis technisch ist alles dabei, verblocktes und felsiges Geländer in Gipfelnähe, schön geshapte Freeride-Strecken mit Stein-, Wiesen- und Wurzelpassagen Richtung Tal und am Fuß integrierte Northshore-Elemente. Und weil ich kein großer Freund von Liften bin, freue ich mich, dass ich alternativ auch eine schöne Endurotour bergauf über den Schneeberg nehmen und über Trail-Passagen bergab den Fichtelsee ansteuern kann. Und als wäre es noch nicht genug: Den weltbesten Double Beef Blue Cheese Burger hat es auch, das Fichtelgebirge.